
W a l d - S a n i k e l
Apiaceae
Vor Jahrzehnten wuchs Sanicula europaea an mehreren Stellen in der Gärtnerei, und ab und zu hatte ich sie auch ausgesät und kultiviert. Ein Verkaufsschlager war sie nie. Aber das ist ja kein Grund, eine Pflanze im Garten nicht mehr zu hegen und zu pflegen.
Eine Zeitlang schien sie dann im Gewühle untergegangen zu sein, was mir erst auffiel, als eine Kundin danach fragte. Sofort stellte sich ein Verlustgefühl ein, und die Frage, wie es passieren konnte, dass ich den Verlust bis dahin gar nicht bemerkt hatte.
Die Wald-Sanikel wächst in den Wäldern Eurasiens und Nordafrikas auf eher basischem Lehmboden. Sie wird auch die Kleine Heilerin genannt und galt lange als Allheilmittel. Bei der nordamerikanischen Art Sanicula marylandica wird das nach Petersilie riechende Rhizom gegen Schlangengift verwendet.
Dann habe ich unter der großen Schwarznuß, Juglans ailanthifolia, versucht, den sich maßlos verbreitenden Bärlauch, Allium ursinum, einzudämmen – und da stand sie und blühte vor sich hin: Sanicula europaea in ihrer ganzen Pracht.

Apiaceen im Mai: Wald-Sanikel (Sanicula europaea), Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) und Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)Zugegeben, die Blätter erinnern an Ranunkeln, die Blüten sind so klein, dass man sie tatsächlich schon mal übersehen kann, und die Familienzugehörigkeit zu den Apiaceen nur mit der Lupe erkennt, aber die Wiedersehensfreude war riesig!
Zusammen mit der Haselwurz, Asarum europaeum, und dem Schattenblümchen, Maianthemum bifolium, lassen sich waldartige Partien unter Gehölzen schaffen.
Aus der gleichen Familie blühen zur selben Zeit Anthriscus sylvestris, der Wiesenkerbel, und Heracleum sphondylium, der Wiesen-Bärenklau.